Korrosion ist die häufigste Ursache für strukturelle Schäden an Stahlbrücken. Die Untergrundvorbereitung bestimmt die Schutzwirkung des gesamten Beschichtungssystems. Ohne den richtigen Reinheitsgrad haftet der Grundanstrich nicht. Das System versagt vorzeitig.
Dieser Beitrag beschreibt die geltenden technischen Normen, die Strahlverfahren für Brückenbauwerke und vier Referenzprojekte von FES Global Group.
Maßgebliche Normen für die Strahlreinigung an Brücken
Der zentrale Normenbezug ist DIN EN ISO 8501-1. Sie definiert die Reinheitsgrade von Stahloberflächen vor der Beschichtung. Jeder Grad beschreibt den erforderlichen Entfernungsgrad von Rost, Walzzunder und Kontaminationen.
| Grad | Bezeichnung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Sa 2 | Gründliches Strahlen | Geringbelastete Bauteile, Routineinstandhaltung |
| Sa 2½ | Sehr gründliches Strahlen | Standard für Stahlbrücken in Korrosivitätskategorie C4–C5 |
| Sa 3 | Strahlen auf blankes Metall | C5-M oder CX: Flussnähe, Meeresatmosphäre, Offshore |
Die ZTV-KOR (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen – Korrosionsschutz) ist das maßgebliche Regelwerk für den Korrosionsschutz an Brücken im deutschen Bundesfernstraßennetz. Sie gliedert sich in Teile für Stahlbau, Stahlbeton und besondere Bauteile. Vergleichbare Regelwerke gelten in Österreich (ÖNORM, RVS) und der Schweiz (SIA, VSS).
DIN EN ISO 12944 klassifiziert die Korrosivitätskategorien der Umgebung:
- C4 — Industrieumfeld oder mäßig küstennahe Zone
- C5 — Aggressives Industrieumfeld oder Meeresatmosphäre
- C5-M — Marines oder flusswassernahes Umfeld mit hoher Salzbelastung
- CX — Offshore oder extreme Bedingungen
DIN 1076 regelt die Bauwerksprüfung an Brücken. Die Hauptprüfung erfolgt alle sechs Jahre. Ihre Ergebnisse bilden die Grundlage für Instandhaltungsmaßnahmen und Beschichtungserneuerungen. VOB/C DIN 18364 regelt die Ausführung von Beschichtungs- und Strahlarbeiten im Rahmen öffentlicher Aufträge.
Strahlverfahren für Brückenbauwerke
Die Wahl des Verfahrens hängt von Bauwerkstyp, Umgebungsbedingungen und betrieblichen Einschränkungen ab. Der planende Ingenieur legt das Verfahren im Leistungsverzeichnis fest.
| Verfahren | Erreichbarer Grad | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Druckluftstrahlverfahren (trocken) | Sa 2½ / Sa 3 | Freiliegende Stahlteile, keine Unterquerung durch Verkehr |
| Nassstrahlverfahren | Sa 2 / Sa 2½ | Gewässerquerungen, Verkehr unter dem Bauwerk, staubsensible Zonen |
| Vakuumstrahlen | Sa 2½ | Innerstädtisch, geschlossene Räume, emissionsfreie Ausführung |
| Laserablation | Selektiv | Denkmalgeschützte Brücken, Natursteinelemente |
Ausführung unter laufendem Verkehrsbetrieb
Straßen- und Eisenbahnbrücken können nicht wochenlang gesperrt werden. Die Baustellenorganisation muss die Verkehrskontinuität sicherstellen. Die Ablaufplanung ist Bestandteil des Leistungsverzeichnisses.
Betriebliche Lösungen von FES Global Group:
- Nachtschichten und Wochenendarbeiten nach RSA 95
- Zertifizierte Arbeitsbühnen (Zoomlion, Genie) bis 30+ m Arbeitshöhe
- Seitliche Festgerüste für kontinuierlichen Untersichtszugang
- Staubschutz und fachgerechte Entsorgung des Strahlmittels
- Direkte Abstimmung mit Straßenbaulastträger oder Eisenbahninfrastrukturbetreiber
Auf Eisenbahnbrücken finden alle Arbeiten in vereinbarten nächtlichen Sperrpausen statt. Das Personal ist für Tätigkeiten im Gleisbereich geschult und zugelassen.
Referenzprojekt 1 — A22-Autobahnviadukt Trento (2025)
Bauwerk: Autobahnviadukt auf Stahlbeton und Stahl. Abschnitt: Trento Sud.
Auftraggeber: A22 Autostrada del Brennero S.p.A.
Ausführungszeitraum: April bis Juli 2025.
Die A22 Brennerautobahn ist die wichtigste transalpine Achse zwischen Italien, Österreich und Deutschland. FES führte kombinierte Instandsetzungsarbeiten an Stahlbeton- und Stahloberflächen durch. Der Betrieb erfolgte durchgehend im Nachtschichtbetrieb. Kein Eingriff in den Autobahnverkehr während der gesamten Bauzeit. Leistungsumfang: Druckluftstrahlreinigung, mechanische Reinigung, Pulverbeschichtung, Sonder-Korrosionsschutz.
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Referenzprojekt 2 — Eisenbahnbrücke über den Po, Pavia (2025)
Bauwerk: Fachwerkbrücke in Stahl, zweigleisig. Gesamtlänge: 764 Meter.
Strecke: Mailand–Genua. Auftraggeber: GEMA S.p.A.
Finanzierung: Italienischer Nationaler Aufbau- und Resilienzplan (PNRR).
Standort: Bressana-Bottarone, Pavia, Italien.
FES führte spezialisierte Oberflächenbehandlungen und den Schutz der Stahlkonstruktionen durch. Das Flussumfeld erforderte ein Beschichtungssystem der Korrosivitätskategorie C5-M. Gerüste wurden seitlich am Überbau montiert. Zugang über die gesamte Länge von 764 Metern war durchgehend gewährleistet. Das Projekt ist Teil des nationalen Eisenbahnerneuerungsprogramms im Rahmen des PNRR.
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Referenzprojekt 3 — Corda Molle Brücke, Brescia (2025)
Bauwerk: Autobahnbrücke mit Doppelbogen. Verknüpfung A4–A21, Poncarale (BS).
Auftraggeber: Itinera S.p.A. im Auftrag von Autoviapadane.
Team: 23 Fachkräfte. Arbeitsbühnen: 6 Stück (Zoomlion + Genie).
Angewandter Behandlungszyklus:
- Hochdruckreinigung + Salzgehaltsprüfung + Staubgehaltsprüfung
- Druckluftstrahlreinigung auf Sa 2,5 in stark geschädigten Bereichen
- Oberflächentoleranter Epoxidgrundanstrich: 300 µm TSD in zwei Lagen
- Streifenauftrag an Kanten, Ecken und Schraubenköpfen
- Hochleistungs-Fluorlack als Decklage
Farbtöne: RAL 7047 für die Bögen, RAL 5010 für Überbau und Verbindungsrohre. Optimaler Schutz in aggressiver städtischer Umgebung.
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Referenzprojekt 4 — Ticino-Brücke, Vigevano–Abbiategrasso (2023)
Bauwerk: Straßenbrücke in Stahl mit vier Bögen. Provinzen Pavia und Mailand, Italien.
Team: 6 Fachkräfte.
Leichte Strahlreinigung und vollständiger Korrosionsschutzzyklus auf allen vier Bögen. Schnell härtende Decklage zur Reduzierung der Bauzeit. Hohe UV-Beständigkeit und Langzeitwitterungsschutz.
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Technische Dokumentation nach Abschluss der Arbeiten
Nach Abschluss der Arbeiten stellt der zertifizierte Ausführungsbetrieb eine vollständige technische Dokumentation bereit. Diese wird vom Auftraggeber, der Bauüberwachung und dem Baulastträger gefordert.
- Technische Merkblätter (TDS) aller verwendeten Produkte
- TSD-Messungen (Trockenschichtdicke) je Lage und Bauteilzone
- Ergebnisse der Salzgehaltsprüfung und Staubgehaltsprüfung
- Prüfbericht eines FROSIO– oder NACE-zertifizierten Inspektors
- Reinheitsgradnachweis nach DIN EN ISO 8501-1 vor jeder Beschichtungsphase
Die Dokumentation ist Vertragsbestandteil. Sie ist Voraussetzung für die Abnahme und für die Gewährleistungsverpflichtungen gegenüber dem Konzessionsgeber.
Warum FES Global Group beauftragen
FES Global Group führt Oberflächenschutzarbeiten an Ingenieurbauwerken seit dem Jahr 2000 aus. Jeder Brückenauftrag wird von zertifizierten Fachkräften ausgeführt. Die Bauüberwachung erfolgt durch FROSIO– oder NACE-zertifizierte Inspektoren.
FES steuert alle Leistungsphasen intern: Untergrundvorbereitung, Applikation des Beschichtungssystems, Qualitätskontrolle und Schlussdokumentation. Keine Nachunternehmerkette. Ein technischer Ansprechpartner für den gesamten Auftrag.
FES ist in Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Eignungsnachweise, Referenzlisten und Zertifizierungsnachweise sind auf Anfrage erhältlich.

